

RESEARCH & PRACTICE: «Wer ist, was macht und wie funktioniert Off-Space?»
Themenabend zu Geschichte und Zustand der künstlerischen Selbstorganisation in der Schweiz
JUMP AT THE CHANCE steht dafür, «Gelegenheiten zu ergreifen». Das von Karin Lustenberger ins Leben gerufene Netzwerkformat des Kulturjahresprogramms der Genossenschaft Haus Oslo Ateliers interessiert sich für Strukturen künstlerischem Schaffen und sucht dabei gezielt Verbindungen zwischen Forschung und Praxis.
Das Format versteht sich nicht als ein «Standalone», sondern sucht den Austausch mit Perspektiven aus Wissenschaft und Kultur – so wie am Themenabend im DOCK Kunstraum, wo Forschungsergebnisse der Hochschule Luzern – Design Film Kunst direkt mit der Praxiserfahrung Basler Off-Spaces ins Gespräch kamen.
Am 14. März 2024 widmete sich der Themenabend «One Night» im DOCK Kunstraum Basel diesen Fragen. Der Anlass war eine Kooperation von JUMP AT THE CHANCE mit dem DOCK Kunstraum, der ΣSUMME Basel sowie dem Forschungsteam der Hochschule Luzern – Design Film Kunst.
Im Gespräch waren Rachel Mader (Kulturwissenschaftlerin, Hochschule Luzern – Design Film Kunst), Ana Vucjic vertreten durch Chris Regen (beides Teammitglied der ΣSUMME Basel), Lucie Kolb (InfoSpace Basel), Raphael Bottazzini (Artachment Basel), Marcel Freymond (Multisoftkonstanz Basel) sowie Silke Baumann und Sabrina Davatz (Ausstellungsraum Klingental Basel). Basierend auf der Forschungspublikation «Unabhängig, prekär, professionell: Künstlerische Selbstorganisation in der Schweiz» von Rachel Mader und Pablo Müller wurden im Austausch mit den anwesenden Vertreter*innen und Akteur*innen aus Basel wichtige Fragen zur künstlerischen Selbstorganisation reflektiert.
Moderation: Isabella Krayer, Mitarbeiterin Hochschule Luzern – Design Film Kunst
Host: Cathrin Schöberl, Co-Leiterin des DOCK Basel
Organisation: Karin Lustenberger, Initiatorin JUMP AT THE CHANCE
Veranstaltungs-Website:
https://dock-basel.ch/veranstaltungen/wer-ist-was-macht-und-wie-funktioniert-off-space
Dokumentation zum Nachhören:
https://soundcloud.com/hochschuleluzern/03-dock-basel?in=hochschuleluzern/sets/offoffof
Zu Beginn des Abends erläuterte Rachel Mader, wie relativ die Bezeichnung «Off» ist: Der Begriff Off-Space ist im deutschen Kulturraum zwar gebräuchlich, setzt aber ein Gegenstück voraus, um die begriffliche Relation geltend zu machen. Ihre Forschung zeigt, dass Off-Spaces fest – und nicht als «Gegenstück» – in der Kulturlandschaft verankert sind und dort eine zentrale Rolle einnehmen. Die Positionen der eingeladenen Off-Spaces machten die strukturelle Heterogenität des Feldes exemplarisch sichtbar; im Gespräch fanden sich zugleich gemeinsame Wertvorstellungen wie «Freiheit» und «Unabhängigkeit». Diskutiert wurden auch die Widersprüche, die eine «Professionalisierung» der künstlerischen Selbstorganisation offenlegt, sowie die Ambivalenzen, die Fördermittel etwa durch die Auflage des «Nicht-Kommerziellen» mit sich bringen.
Rachel Mader ist Kulturwissenschaftlerin an der Hochschule Luzern – Design Film Kunst. Gemeinsam mit Pablo Müller hat sie die Forschungspublikation «Unabhängig, prekär, professionell: Künstlerische Selbstorganisation in der Schweiz» (2023) verfasst, die erstmals schweizweit und historisch das Phänomen der künstlerischen Selbstorganisation untersucht.
Forschungspublikation:
Mader, R. & Müller, P. (2023). Unabhängig, prekär, professionell:
Künstlerische Selbstorganisation in der Schweiz.
Als Buch und Open Access-PDF erhältlich:
https://www.diaphanes.net/titel/unabhaengigprekaer-professionell-7363
Forschungs-Online-Archiv:
https://selbstorganisation-in-der-kunst.ch/
Vielen Dank an die Genossenschaft Haus Oslo Ateliers sowie die Peter-Merian-Stiftung für die finanzielle Unterstützung des Themenabends.
Audio-Dokumentation: Maia Gusberti, Mitarbeiterin Forschung Hochschule Luzern – Design Film Kunst
Fotos: © Karin Lustenberger, Cathrin Schöberl







